Huerzeler Jubiläum So fing alles an... «Am Anfang wollte ich eigentlich gar kein Geschäft machen», sagt Max Hürzeler, wenn er darauf zurückblickt, wie vor 40 Jahren alles begann. Im Frühling 1986 reiste er mit 185 Radsportbegeisterten ins Hotel Delta im Süden von Mallorca – was aus sportlicher Sicht den Grundstein für seinen grössten Erfolg legte: den Weltmeistertitel der Steher nur ein Jahr später. Dass er damit aber auch eine unternehmerische Bilderbuchgeschichte schreiben wür- de, hat er damals allerdings höchstens ansatzweise geahnt. Heute ist Mallorca die wohl bedeutendste Rad- sportdestination weltweit – eine Entwicklung, die ohne Max Hürzeler nicht möglich gewesen wäre. Augenzwinkernd wird er manchmal deshalb als wahrer König von Mallorca bezeichnet, auch wegen seines extro- vertierten Naturells. Allerdings steckt dahinter auch jede Menge akribische Arbeit, Verantwortung und unterneh- merischer Mut mit einem guten Gespür für Trends. Und das Glück, von Beginn an den fünfmaligen Querfeldein- Weltmeister Albert Zweifel an seiner Seite zu haben, der Max Hürzeler quasi als rechte Hand unterstützte. Nachdem Max 1994 sein Angebot ins Hotel Playa de Muro in den Norden der Insel ausgeweitet hatte, stiegen die Gästezahlen rasant an. «Der Druck wurde dadurch aber auch von Jahr zu Jahr grösser», blickt der 1954 in Leuggern geborene Schweizer zurück. Max arbeitete sowohl detail- verliebt im Hintergrund als auch immer sichtbar an vorderster Front. Seine legendären und unterhaltsamen Begrüssungs- und Abschiedsabende blieben vielen auch lange nach der Rückkehr vom Radsporturlaub in bester Erinnerung. «So schön das alles war», sagt Max heute, habe es ihn auch viel Kraft gekostet: «Für mich gab es nur alles oder nichts.» Und alles, das hiess damals, dauernd präsent zu sein und auch Probleme lösen zu müssen, für die er gar nicht verantwortlich war. Etwa, wenn sich ein Flug verspätete oder ein Hotelzimmer nicht rechtzeitig bezugsfähig war. Um den Jahrtausendwechsel waren Huerzelers Radsport- ferien längst in aller Munde. Der von Max selbst entworfene Katalog wurde zum unverzichtbaren Planungstool fürs Frühjahrstrainingslager vieler Radsportverrückter, die auf die Insel kamen und jedes Jahr eifrig das im Radsportpaket enthaltene Gratis-Trikot sammelten. Und Mallorca, wo Max einst mit dem Besen die Strassen von Steinen befrei- en lassen musste, gewöhnte sich immer mehr an die Radsportler. Während aber seine Firma immer weiterwuchs, reifte in ihm so langsam der Wunsch kürzer zu treten. Max, Walter, Marcel «Ich habe es natürlich mitgekriegt, welche Gedanken Max sich macht», sagt Walter Güntensperger, der schon in den frühen Jahren als Manager des Schweizer Reiseunterneh- mens Hotelplan intensive Geschäftsbeziehungen zu Max Hürzeler pflegte – aus denen sich längst eine enge Freund- schaft entwickelt hatte. Gemeinsam mit Marcel Iseli, damals Bürgermeister in Hürzelers Wohnort Bad Zurzach 04 «Wir haben alle erkannt», sagt Walter, «dass Radsport der Beginn eines touristischen Megatrends ist.» Walter Güntensperger und Mallorca-Gruppenleiter der ersten Stunde, reifte der Plan, die Firma zu übernehmen. «Dabei mussten wir uns natürlich Gedanken machen, die weit über die Freundschaft dreier Männer hinausreichen», erinnert sich Walter. Die Firma von Max Hürzeler im Jahr 2005 zu kaufen, war für sie ein finanzieller Kraftakt, aber auch ein «Glücksfall», wie Walter zurückblickt. Und es war einer, der von Weitsicht geprägt war und die Wei- chen für eine erfolgreiche Expansion stellen sollte. «Wir haben alle erkannt», sagt Walter, «dass Radsport der Beginn eines touristischen Megatrends ist.» Das Poten- zial, das sie heben konnten, war riesig, wobei sie alle an einem Strang zogen. Marcel Iseli und Walter Güntens- perger mit dem Elan der neuen Besitzer. Und Max Hürzeler, der befreit von so mancher operativen Last, sich auch nach dem Verkauf aktiv einbrachte und immer nur eines im Blick hatte: das Wohlergehen der Firma, die noch immer seinen Namen trug. Weiterentwicklung, Expansion «Ich habe eine grosse Freude daran, dass unsere Gäste heute noch zufriedener sind als zu meinen Zeiten.» Max Hürzeler Die Anzahl der Hürzeler-Partnerhotels wuchs fortan ebenso rasant wie die Mietradflotte, die heute rund 5500 Räder an 15 Radsportstationen umfasst. «Die ersten Mieträder», erinnert sich Max Hürzeler, «haben wir nur gekauft, weil es in den Flugzeugen keinen Platz mehr gab.» 40 Aluräder der Marke K2 bildeten den Anfang einer Entwicklung, die so niemand voraussehen konnte. «Wir hatten eigentlich geglaubt, dass das Rennrad ein sehr individuelles Sportgerät mit vielen persönlichen Befind- lichkeiten sei», sagt Max. Aber die Realität hat das Gegenteil bewiesen. Weil der Vermietungsprozess von Beginn an wie am Schnürchen lief, die Räder immer top gewartet und auf jeden Fahrer perfekt eingestellt waren, wussten immer mehr Radsportbegeisterte zu schätzen, wie komfortabel es sein kann, das eigene Rad für den Mallorca-Urlaub zu Hause zu lassen. «Ich habe eine grosse Freude daran, dass unsere Gäste heute noch zufriedener sind als zu meinen Zeiten», sagt Max Hürzeler. Trotz des dynamischen Wachstums und der sich immer weiter professionalisierenden Strukturen, blieben Walter Güntensperger, Marcel Iseli und Max Hürzeler immer präsent und nahbar. «Ich hatte in den 30 Jahren, die ich zuvor im Tourismus tätig war, nie so